MEINRADs Blog

Aktuelle Trends in der Life-Sciences-Branche: MEINRADs Erfahrungen auf der MEDICA 2023

Geschrieben von Meinrad Reiterer | 23. November 2023

Vier Tage Laufzeit, 83.000 Besucher und internationale Kontakte aus dem Life-Sciences-Bereich aus der ganzen Welt: Das war die MEDICA und COMPAMED 2023 in Düsseldorf! Im Zentrum der Fachmesse stand heuer der fachliche Austausch auf einem Top-Niveau, und sie bot einen internationalen Andrang an Besuchern sowie ein umfassendes Rahmenprogramm. MEINRAD  war unter den 6.000 globalen Ausstellern im Austrian Experts‘ Corner des Advantage Austria Standes neben dem Human Technology Styria Cluster sowie der LISAvienna vertreten. Wir berichten von unseren Key-Takeaways sowie den derzeitigen Trends im Life-Sciences-Bereich.

Am Montag, dem 13.11. ging es los: Mit Vorfreude im Gepäck fanden sich Lara Tosoni (CRO) und Christian Waldmann (CCO) am Stand in der Halle 15 der MEDICA 2023 ein. Die an der MEDICA 2023 teilnehmenden Unternehmen erstreckten sich über sage und schreibe 15 Hallen – eine wahrhaftige kleine Stadt, in der Key Player der Life-Sciences-Branche zusammenkamen und sich austauschten. Die COMPAMED selbst war die Anlaufstelle für 735 Unternehmen aus dem Zuliefererbereich der Medizintechnikindustrie.  

Der erste Eindruck bestätigte, dass die MEDICA die Fachmesse schlechthin für Hersteller, Zulieferanten, Cluster-Verbände, Forschungseinrichtungen sowie End-User ist. In großen Länderpavillons kristallisierte sich zunehmend die Richtung, in die die MedTech-Branche zu gehen scheint, heraus: Lesen Sie gerne weiter, um mehr zu erfahren.  

Weltmarktführer der Medizintechnik-Branche 

Die Spitzenposition des deutschen Medizintechnikmarktes in Europa lockte viele internationale Unternehmen an – wenig überraschend, da die Exportquote des deutschen Marktes bei rund 70 % liegt. Wichtige Märkte sind neben dem DACH-Raum auch Indonesien sowie vor allem China, dessen hohe Präsenz auf der MEDICA sich schnell bemerkbar machte. Laut Experten birgt der asiatische Raum großes Potenzial, das auf die Gesellschaftsalterung, die Entwicklung der zunehmenden Mittelschicht, die hohe Investitionsbereitschaft und die große Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen zurückzuführen ist. Da der Investitionsmarkt im asiatischen Raum enorm ist, werden europäische Unternehmen oft aufgekauft, damit sich asiatische Unternehmen auf dem europäischen Markt standfest positionieren können. Zukünftig soll Asien Europa sogar auf Platz zwei der bedeutsamsten MedTech-Märkte weltweit ersetzen. Zusammenfassend: Jene MedTech-Hersteller, die frühzeitig auf Emerging Markets vertreten sind, werden zukünftig auch an der Spitze der Life-Sciences-Branche liegen.  

Europäische Marktpositionierung und die MDR

Die Ausweitung asiatischer Unternehmen auf den europäischen Markt betreffend fiel in unseren Gesprächen mit anderen Messeteilnehmern immer wieder das gleiche Stichwort – Medical Device Regulation (MDR). Die MDR bedeutet, dass Medizinprodukte-Hersteller schärferen Anforderungen nachkommen müssen, um ihre Produkte in der EU auf den Markt bringen zu dürfen. Der MDR zufolge werden außerdem Produktdokumentationen (z. B. IFUs) auch als Teil des Produkts angesehen, demzufolge muss bei dem Wunsch, das Produkt EU-weit zu verkaufen, die Dokumentation in alle 24 Amtssprachen der EU übersetzt werden. Zusätzlich sind die sprachlichen Anforderungen hoch: Kennzeichen, Anweisungen oder Sicherheitsinformationen müssen verständlich und präzise sein. Genau hier kommt MEINRAD ins Spiel, denn Übersetzungen sind ein Schritt, der im gesamten Prozess unbedingt berücksichtigt werden muss, aber oft in den Schatten rückt. 

Sichtbarkeit der Übersetzungsbranche 

Die MEDICA zeigte uns, dass Übersetzungsdienstleistungen nur am Rande des gesamten Vermarktungszyklus ihren Platz finden. Die Sichtbarmachung der Sprachdienstleister-Branche ist also von enormer Bedeutung in Zusammenhang mit den Vorschriften der MDR – und auch die ISO13485-Zertifizierung sollte bei der Wahl des Sprachdienstleisters nicht in den Hintergrund geraten. Bei unseren Gesprächen konnten wir feststellen, dass diese Zertifizierung auf große Resonanz trifft und eine große Bedeutung für Hersteller und OEMs zugleich innehat. Auch Digitalisierung und KI waren brisante Themen auf der MEDICA, denn mit Hilfe der Digitalisierung sollen Krankheiten früher erkannt sowie schneller und kostengünstiger behandelt werden können. Die MedTech-Branche hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe von Digitalisierung und KI präzisere Diagnosen zu stellen sowie Zeit und Geld einzusparen und nicht zuletzt die Patientenzufriedenheit und Lebensqualität zu steigern. Hier schließt sich der Kreis zur Übersetzungsbranche – das oberste Gebot von Life-Sciences-Übersetzungen ist schließlich die Qualität, da die Gesundheit und Sicherheit der Patienten wichtiger ist, als alles andere.  

Einzigartigkeit der MEDICA 

Was uns besonders von der MEDICA 2023 in Erinnerung bleibt, ist wohl ihre Größe und die Internationalität. Die Fachmesse unterstreicht die enorme Bedeutung der Mehrsprachigkeit alleine in dieser Hinsicht, denn es waren zahlreiche Nationalitäten aus Ländern weltweit vertreten. Die Matchmaking-Plattform, die im Vorhinein Ausstellern zu Vernetzungszwecken geboten wurde, war sehr hilfreich, aber vor allem unseren Standpartnern sind wir sehr dankbar für die ereignisreichen vier Tage. Es war uns eine Freude, am Stand der österreichischen Außenwirtschaft Advantage Austria, neben dem steirischen Clusterverband Human Technology Styria, der ABA (Austrian Business Agency) und dem Cluster LISAvienna (Life Sciences Austria) den Experts‘ Corner zu teilen und viele spannende Gespräche mit neuen Kontakten zu führen. Vielen Dank an die WKO und die MEDICA für die Organisation – wir freuen uns schon jetzt auf die MEDICA 2024!

 

Quelle: https://www.advantageaustria.org/de/zentral/publikationen/ae/publikationen/169_Medical_Technologies.pdf

 

 

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